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Bild: Christian Felix Weiße, Maler: Anton Graff QS:P170,Q310213, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
Tafel

SCHWARZES BRETT

  • Sprechstunde des Vereins

    jeden 3. Donnerstag im Monat
    von 16 bis 17 Uhr im Stadtarchiv Leipzig,
    Straße des 18. Oktober 42

Mittwoch, 7. Dezember 2022, 18 Uhr
PD Dr. Ingrid Würth (Universität Leipzig)

Die Synode von Engelsdorf. Zur Geschichte der Waldenser in Leipzig und im Umland
Im Jahr 1453 fand im unscheinbaren Engelsdorf bei Leipzig eine von dem schwäbischen Wanderprediger Friedrich Reiser initiierte Zusammenkunft von Hussiten und Waldensern statt, die im 15. Jahrhundert das Armutsideal der Kirche propagierten und gegen Ablass und Pfründenkumulation der Geistlichkeit das Wort ergriffen. Ausgehend von diesem Schlaglicht referiert Ingrid Würth darüber, wie stark diese häretischen Bewegungen in Leipzig und Mitteldeutschland verbreitet waren und wie sie von seiten der Amtskirche und weltlichen Herrschaft bekämpft wurden.

Stadtbibliothek Leipzig, Huldreich-Groß-Saal
Synode von Engelsdorf

bis Samstag, 28. Januar 2023
Arbeitskreis Gohliser Geschichte

Ausstellung „Historische Handschwengelpumpen in Leipzig“ im Infoz. Georg-Schumann-Straße 126
Wie nur wenige Städte in Deutschland ließ Leipzig etwa ab 1860 die gusseisernen Gehäuse öffentlicher Wasserpumpen künstlerisch gestalten. Alle fünf Grundtypen finden sich noch heute in der Innenstadt und verteilt über das gesamte Stadtgebiet. Von den über 230 Pumpen blieben reichlich 50 erhalten. Obwohl denkmalgeschützt, sind viele vom Verfall bedroht. 30 wurden restauriert, nicht alle spenden Wasser. Zivilgesellschaftliche Initiativen wollen weitere reaktivieren, um mit ihrer Hilfe Stadtbäume gießen zu können. Die Ausstellung des Arbeitskreises Gohliser Geschichte zeigt Entwicklung, Gestaltung, Standorte und Perspektiven der Leipziger Handschwengelpumpen.

Öffnungszeiten: täglich 16-19 Uhr, Sa + So auch 10-12 Uhr

Infozentrum Georg-Schumann-Straße 126
Leipzig historische Handschwengelpumpen
Bild: Leipzigs historische Handschwengelpumpen, Grafik: Marcus Korzer

Mittwoch, 11. Januar 2023, 18 Uhr
Dr. Thekla Kluttig (Leiterin Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig)

Das Verlagsarchiv von C. F. Peters, Leipzig. Und was man daraus machen kann.
Leipzig ist eine Stadt der Musik – und dies schon seit Jahrhunderten. Einen erheblichen Anteil daran hatten die Musikverlage, die hier tätig waren und es teilweise bis heute sind. Archivgut dieser Verlage befindet sich im Sächsischen Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig. Es verwahrt die quantitativ wie qualitativ bedeutendste Überlieferung von Musikverlagen aus dem 19. und 20. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum. Das Verlagsarchiv der heutigen Edition Peters Group umfasst Korrespondenz mit Komponisten, Musikern und „Dilettanten“ im In- und Ausland, Musikalien vom autographen Manuskript über Stichvorlagen und Korrekturabzüge, Geschäftsunterlagen zu Herstellung, Vertrieb und Rechteverwertung. Die Referentin ist Leiterin des Staatsarchivs Leipzig. In ihrem Vortrag stellt sie das Verlagsarchiv und den aktuellen Stand seiner öffentlichen Zugänglichkeit, Stichwort Digitalisierung, vor.

Stadtbibliothek Leipzig, Huldreich-Groß-Saal
Auszug aus dem Druckbuch von C.F.Peter
Bild: Auszug aus dem Druckbuch, Sächsisches Staatsarchiv Leipzig

Mittwoch, 08. Februar 2023, 17 Uhr
Führung durch die Sonderausstellung mit Kuratorin Kerstin Sieblist

Hakenkreuz und Notenschlüssel. Die Musikstadt Leipzig im Nationalsozialismus.
Leipzig hat durch seine reiche Musiktradition eine außergewöhnliche Stellung im deutschen Musikleben. Aber Musik ist – aus nationalsozialistischer Perspektive – auch Politik und Propaganda. Kaum an die Macht gekommen, begann unter Hitlers NS-Regime die systematische Gleichschaltung des musikalischen Lebens in der Stadt
Die Sonderausstellung ist die erste Schau in Leipzig, die sich mit diesem Thema umfassend beschäftigt. Anhand von Erinnerungsstücken, Fotos, Zeitungsartikeln, überlieferten Zeitzeugengeschichten und historischen Tondokumenten wird dargestellt, wie sich das musikalische Leben seit 1933 gestaltete – und wo es verstummte. Jenseits der neun Ausstellungskapitel werden neun besondere Menschen der damaligen Musikszene anhand ihrer Lebenswege oder Karrieren vorgestellt.

Stadtgeschichtliches Museum,
Haus Böttchergäßchen
Volksempfänger
Bild: Volksempfänger, anonym, Ve301w, CC BY-SA 3.0

Mittwoch, 08. März 2023, 18 Uhr
Vortrag von Prof. Dr. Arnold Bartetzky

Das ungebaute Leipzig. Projekte, Visionen, Luftschlösser
Die Architekturgeschichte Leipzigs steckt voller unrealisiert gebliebener Bauprojekte, verhinderter Entwürfe und städtebaulicher Ideen, allzu kühner Visionen und mitunter auch Luftschlösser, die zwischen dem 18. Jahrhundert und der Gegenwart Architekten, Planer, Politiker und Investoren beschäftigt haben. Ob kurfürstliches Lustschloss im Rosental oder großstädtische Quartiere auf den Frank­furter Wiesen, Wolkenkratzerentwürfe oder ein Flughafen über dem Hauptbahnhof, gescheiterte Großprojekte des Dritten Reiches und der DDR oder realitätsfremde Investorenträume und Olympiapläne der Nachwendezeit – der Vortrag über das ungebaute Leipzig erweist sich als Entdeckungsreise ins Land der kreativen Fantasie.

Stadtbibliothek Leipzig,
Huldreich-Groß-Saal
Messeturm am Hauptbahnhof Entwurfsverfasser Dipl.Ing. Heimo-vici
Bild: Messeturm am Hauptbahnhof Entwurfsverfasser Dipl.Ing. Heimo-vici

Mittwoch, 12. April 2023, 18 Uhr
Vortrag von Dr. Eberhard Spree

Anna Magdalena Bach oder Johann Sebastian Bach privat
Das Bild von Anna Magdalena Bach, der Ehefrau Johann Sebastian Bachs, ist meist von Vorstellungen geprägt, in denen wenige Fakten mit viel Phantasie ergänzt werden. Ihr Ehemann hatte vier Kinder in die Ehe mitgebracht und sie brachte dreizehn Kinder zur Welt. Das Leben einer solchen Frau muss sich ja mit dem Kochen für die große Familie, der Versorgung der Kinder, dem Reinigen der Wohnung und dem Waschen der Wäsche erschöpft haben ... und dann kopierte sie in der Nacht noch Noten. Es gibt aber viele Hinweise, dass ein solches Bild auf sie nicht zutrifft, worum es in diesem Vortrag gehen wird. (Da viele Ausführungen auch das Leben ihres Mannes betreffen werden, ist der ergänzende Titel durchaus zutreffend.)

Bach-Archiv,
Thomaskirchhof 15/16
Johann Sebastian Bach porträtiert von Elias Gottlob Haussmann
Bild: Johann Sebastian Bach, Porträt von Elias Gottlob Haussmann QS:P170,Q659736, als gemeinfrei gekennzeichnet

Mittwoch, 03. Mai 2023, 18 Uhr
Vortrag von Dr. Katrin Löffler

Leipzigs alter jüdischer Friedhof im Johannistal
1937 wurde der älteste jüdische Friedhof von Leipzig zwangsweise eingeebnet – ein unersetzbarer kultureller und stadtgeschichtlicher Verlust. Nur siebzehn Grabsteine blieben erhalten; seitdem befinden sie sich auf dem Neuen Israelitischen Friedhof. Der weitgehend vergessene Friedhof bezeugt eindrücklich, wie spezifisch und einzigartig die Geschichte der Leipziger Juden durch die Messe geprägt war. Er entstand 1814 auf Initiative von Messjuden aus dem galizischen Brody, lange bevor sich in Leipzig eine jüdische Gemeinde gründen durfte. Die meisten der bis 1864 hier bestatteten Personen stammten aus dem ost- und südosteuropäischen Raum von Wilna bis Shklow und Jassy, sie kamen aber auch als Messebesucher aus Amsterdam, Birmingham oder Paris.

Stadtbibliothek Leipzig,
Huldreich-Groß-Saal
Alter jüdischer Friedhof im Johannistal
Bild: Alter jüdischer Friedhof im Johannistal

Mittwoch, 07. Juni 2023, 18 Uhr
Vortrag von Uwe Winkler

Albert Henry Payne – Stahlstecher, Verleger und Erfinder in Leipzig
Albert Henry Payne wurde 1812 in London geboren. Als er 1838 mit seiner Familie in Leipzig ankam, gehörte er bereits zu den besten Stahlstechern Englands. Mit seinem Freund, dem Kupferstecher und Buchhändler Ephraim Tipton Brain gründete er als stiller Gesellschafter 1838 die Englische Kunst-Anstalt. Als erstes großes grafisches Werk erschien schon bald »Payne’s Unviversum«, sicherlich angelehnt an »Meyer’s Universum«, dennoch mit eigener Note. Waren die 1840er Jahre von grafischen Buchveröffentlichungen geprägt, so rückten im folgenden Jahrzehnt insbesondere auch periodische Publikationen in den Mittelpunkt des Verlagsgeschäfts, so Payne’s »Illustrirtes Familien-Journal«, mit dem er gemeinsam mit Ernst Keil von Leipzig aus die Familienpresse begründete. Sein verlegerisches Werk und sein Wirken in Leipzig blieben bislang in Leipzig unterbelichtet.

Stadtbibliothek Leipzig,
Huldreich-Groß-Saal
Auszug aus dem Druckbuch
Bild: Leipzig Stadtansicht von Albert Henr Payne , als gemeinfrei gekennzeichnet

Mittwoch, 12. Juli 2023, 17 Uhr
Führung durch Bettina Weil (Intern. Hanns-Eisler-Gesellschaft e.V.)

Studioausstellung aus Anlass des 125. Geburts-tags von Hanns Eisler
Die Internationale Hanns Eisler Gesellschaft (IHEG) wurde am 21. Mai 1994 in Berlin gegründet. Sie widmet ihre Arbeit der Erforschung und weiteren Verbreitung der Werke Hanns Eislers. Die Person Hanns Eislers eignet sich in geradezu idealer Weise als Identifikationsfigur, spiegelt sein zerrissenes Leben doch die ideologischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts: Als Vertreter der „Zweiten Wiener Schule“ gehörte Eisler zu den bedeutenden Wegbereitern zeitgenössischer Musik. Als Kommunist kämpfte er mit künstlerischen Mitteln gegen den Nationalsozialismus. Als Jude musste er in die USA emigrieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er - 1948 formell aus der USA ausgewiesen – in ein Europa zurück, das erst wieder zu Freiheit und Menschlichkeit zurückfinden musste.

Stadtgeschichtliches Museum,
Haus Böttchergäßchen
Hanns Eisler
Bild: Hanns Eisler 1940, von C. M. Stieglitz, als gemeinfrei gekennzeichnet

Mittwoch, 06. September 2023, 17 Uhr
Mitliederversammlung mit Wahl,
Vortrag von Marcus Korzer

Die Stadt wird dichter – die wohnungsbauliche Entwicklung Leipzigs in einer Dekade des stetigen Wachstums 2010 – 2019.
Nach einer Phase der Schrumpfung, die von Anfang der 90er Jahre fast zwanzig Jahre andauerte, folgte in Leipzig ein ungeahntes Bevölkerungswachstum. Die zeitweise am schnellsten wachsende Stadt Deutschlands wuchs nun vor allem im Inneren. Baulücken verschwanden, ehemalige Fabrikgelände, Bahnanlagen und Kasernen wurden zu Wohnraum umgenutzt. Gleichzeitig kommt es zum Verlust von Grünraum. Befeuert wird der Aufschwung durch preiswertes Bauland und niedrige Zinsen. In der Folge sorgt der Bauboom jedoch für steigende Grundstückspreise und schon bald übersteigen die Verkaufspreise die erwartbaren Einnahmen über die Mieten. Doch in nur in wenigen Fällen wird ein Beitrag zur Leipziger Baukultur geleistet. Oft haben deshalb eher kleine Projekte von Genossenschaften oder Baugruppen Leuchtturmcharakter.

Stadtbibliothek Leipzig,
Huldreich-Groß-Saal
Lindenauer Hafen
Bild: Lindenauer Hafen von Marcus Korzer

Mittwoch, 04. Oktober 2023, 18 Uhr
Vortrag von Dr. Alexander Sembdner

Die Leipziger Teilung 1485
Die Leipziger Teilung vom 11. November 1485 war eine der folgenreichsten Zäsuren der sächsischen Geschichte. Mit der Aufteilung der gesamtwettinischen Herrschaften zwischen Kurfürst Ernst (1441-1486) und Herzog Albrecht (1443-1500) von Sachsen wurden nicht nur neue territoriale Strukturen von langer Dauer geschaffen, sondern auch die Familie der Wettiner dauerhaft in Ernestiner und Albertiner getrennt. Während die ältere Forschung einhellig den Daumen über die vermeintlich 'verhängnisvolle' Leipziger Teilung senkte, will der Vortrag die Vorgänge von 1485 in den allgemeinen politischen, rechtlichen und kulturellen Kontext des späten Mittelalters einbetten. In vergleichender Perspektive sollen so Bedeutungen, Funktionen und Implikationen das verfassungsgeschichtlich bedeutsamen Phänomens der spätmittelalterlichen Landesteilungen beleuchtet werden.

Stadtbibliothek Leipzig,
Huldreich-Groß-Saal
Auszug aus dem Sachsenspiegel
Bild: Eike von Repgow, Sachsenspiegel, Landrecht III § 1 & 2, Heidelberg, Cod. Pal. germ. 164, fol. 16r, Publich Domain

Mittwoch, 01. November 2023, 18 Uhr
Vortrag von Dr. Ralf Zerback

Robert Blum und die Revolution von 1848/49
Zum 175. Jahrestag seiner Hinrichtung am 9. November 1848. In Robert Blums Leben und Tod spiegeln sich die Hoffnungen und Niederlagen einer ganzen Epoche. Der Aufstieg vom arbeitslosen Handwerksgesellen zu einem der einflußreichsten Politiker der Revolution von 1848 hat schon die Zeitgenossen außer Atem gesetzt. Seine Hinrichtung am 9. November 1848 schockierte das ganze Land und machte Blum endgültig zum Mythos. Es ist der einzige schwarz-rot-goldene Mythos, den die deutsche Geschichte bereithält.

Stadtbibliothek Leipzig,
Huldreich-Groß-Saal
Robert Blum
Bild: Porträt von Robert Blum von August Hunger, als gemeinfrei gekennzeichnet

Mittwoch, 10. November/
Donnerstag 11. November 2023,
Tag der Stadtgeschichte 2023

Wissenschaftliche Tagung:
"Leipzig - Stadt des Rechts"
in Zusammenarbeit mit der Juristenfakultät der Universität Leipzig

Ort und Programm werden im September verschickt.

Bundesverwaltungsgericht am Mendelssohnufer
Bild: Bundesverwaltungsgericht am Mendelssohnufer Foto von Marcus Korzer

Mittwoch, 06. Dezember 2023, 18 Uhr
Vortrag von Dr. Jens Klingner

Wer hat's geschrieben? Die sächsischen Stadtschreiber des Mittelalters.
Unser Wissen über das Leben und den Alltag in der spätmittelalterlichen Stadt verdanken wir vor allem schriftlichen Quellen. Dazu zählen beispielsweise Urkunden, Briefe, Testamente, Amtsbücher oder auch Chroniken. Für deren Abfassung waren zumeist die Stadtschreiber verantwortlich. Ihr Aufgabenfeld reichte vom Aufsetzen der Dokumente über die juristische Beratung des Rates bis hin zur Repräsentation der Stadt bei auswärtigen Angelegenheiten. Dennoch wurden die sächsischen Stadtschreiber bisher nur wenig beachtet. An dieser Stelle setzt der Vortrag an und fragt, wer diese Schreiber eigentlich waren. Woher kamen und welche Ausbildung hatten sie? Welche Innovationen führten sie in die Verwaltung ein? Wie organisierten sie die sächsische Kanzlei und deren schriftliche Überlieferung? Der Vortrag wird aus einem aktuellen Forschungsprojekt des Institutes für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV) berichten und lokale Beispiele aufgreifen.

Stadtbibliothek Leipzig, Huldreich-Groß-Saal
Schrift aus dem Mittelalter
Bild: Schrift aus dem Mittelalter, Sächsisches Staatsarchiv Leipzig